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Auch bei einer Fehlgeburt darf Begleitung da sein – die Rolle der Doula

  • Manuela Triner
  • 15. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Eine Fehlgeburt verändert alles.

Oft von einem Moment auf den anderen.

Ohne Vorbereitung.

Ohne Worte.

 

Was eben noch Zukunft war, wird Leere.

Was geplant war, endet plötzlich.

Und oft bleibt ihr mit euren Gefühlen allein.

 

Vielleicht ist da Trauer.

Vielleicht Schock.

Vielleicht Wut oder Schuld.

Vielleicht einfach nur Stille.

 

Manche Paare fühlen viel.

Andere fühlen erst einmal nichts.

Beides ist richtig.

 

Eine Fehlgeburt ist nicht nur ein körperliches Geschehen.

Sie ist ein emotionaler Einschnitt.

Ein Verlust, der oft unsichtbar bleibt.

 

Der Körper der werdenden Mutter hat etwas erlebt,

das häufig zu wenig Raum bekommt.

Nicht nur medizinisch, sondern emotional.

 

Vielleicht bleibt das Gefühl, versagt zu haben, obwohl das nicht stimmt.

Vielleicht Fragen nach dem Warum.

Vielleicht ein tiefes Bedürfnis nach Rückzug.

 

Auch der Partner trauert.

Oft leise.

Oft im Hintergrund.

Oft ohne Worte.

 

Seine Trauer hat in unserer Gesellschaft selten Platz.

Er soll funktionieren.

Stützen.

Weitermachen.

 

Als Doula bin ich auch in dieser Zeit da.

Nicht, um etwas zu erklären.

Nicht, um Trost zu geben, der nicht greift.

Nicht, um etwas „besser“ zu machen.

 

Ich bin da, um zu bleiben.

 

Ich begleite euch durch Gespräche oder durch Schweigen.

Durch Tränen oder durch Tage, an denen nichts spürbar scheint.

Ich halte Raum für das, was ist, ohne es verändern zu wollen.

 

Für die werdende Mutter, deren Körper Abschied nehmen musste.

Für den Partner, dessen Trauer oft keinen Namen bekommt.

Für euch als Paar, das etwas verloren hat, das vielleicht niemand sonst gesehen hat.

 

Manchmal bedeutet Begleitung, Worte zu finden.

Manchmal bedeutet sie, keine Worte zu brauchen.

Manchmal einfach, nicht allein zu sein.

 

Eine Fehlgeburt ist kein medizinischer Vorgang allein.

Sie ist eine Erfahrung, die nachwirkt.

In Gedanken.

Im Körper.

In der Beziehung.

 

Begleitung kann helfen, diesem Erleben Würde zu geben.

Zeit. Raum.

 

Ihr müsst nichts einordnen.

Nichts verstehen.

Nichts verarbeiten.

 

Ihr müsst nicht stark sein.

Ihr müsst nicht nach vorne schauen.

Ihr müsst nichts erklären.

 

Ihr dürft traurig sein.

Ihr dürft leer sein.

Ihr dürft euch halten lassen.

 

Und ihr müsst diesen Weg nicht alleine gehen.

 
 
 

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